Die Brüder Löwenherz - Literaturkritik 1973:

Kerstin Stjärne in der Zeitung Arbetet:
"Die Brüder Löwenherz sind eine Beleidigung der Befreiungsbewegungen auf der Welt."

Eine Gruppe marxistischer Literaturwissenschaftler in Dagens Nyheter :
"'Es gibt Abenteuer, die dürfte es nicht geben', hat Jonathan einmal gesagt, und es gibt tatsächlich Abenteuer, die es in einem Kinderbuch nicht geben dürfte."

Astrid Lindgren stelle das Böse eindimensional dar, hieß es, und dass "der Tod als die Lösung der Probleme hingestellt wird", sei nicht nur verantwortungslos, sondern auch grausam.

 

Antwort auf die Kritik

"... solche Beurteilungen sind schwierig und müssen voller Respekt vor dem Kunstwerk getroffen werden, mit Weitsicht und vielleicht auch mit einem gewissen Humor. Sonst besteht da ein kleines Risiko, nämlich, dass man sich in die Kommission des Obersten Sowjet für Sozial-Realistische Kinderliteratur verwandelt. Besonders kompliziert wird das, wenn es um ein Buch geht, das vom Tod handelt; an diesem Punkt drückt Marx sich ziemlich dürftig aus."

Aus: einem Artikel von P.C. Jersild in Dagens Nyheter

Astrid Lindgren erzählt in einem Interview in Expressen von einem Seminar im Erica-Stift.
"Da gab es einen jungen Psychologen, der sagte, diese Schlusszeilen aus Die Brüder Löwenherz könne er niemals einem Kind vorlesen. Und zwar, weil die Vorstellung so schrecklich sei, dass die Brüder zweimal sterben müssten. Da sagte ich: 'Es ist doch so - je öfter man stirbt, desto mehr gewöhnt man sich daran.' Aber darin konnte er keinen Trost finden.
Als ich nach dieser Tagung nach Hause kam, rief das Mädchen an, das in den Michel-Filmen die kleine Ida gespielt hatte, und sagte: 'Ich habe soeben Die Brüder Löwenherz gelesen. Vielen Dank, dass du so einen glücklichen Schluss geschrieben hast.'
So können Kinder es verstehen."


Aus: "Astrid Lindgren - Ein Lebensbild" von
Margareta Strömstedt

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