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| Saltkrokan ist eine Insel in den
äußersten Schären. Hinter Saltkrokan fängt das offene
Meer an mit kahlen Felseninseln und nackten Klippen, wo niemand wohnt
als die Eidergans und die Möwe und andere Meeresvögel. Aber
auf Saltkrokan wohnen Menschen. Nicht viele. Höchstens zwanzig. Das
heißt, im Winter. Im Sommer kommen Sommergäste. |
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Und genau so eine Familie von Sommergästen fuhr eines Tages im Juni nach Saltkrokan. Es war ein Vater mit seinen vier Kindern. Melcherson hießen sie, Stockholmer waren sie. Keiner von ihnen war jemals auf Saltkrokan gewesen. Deshalb waren sie jetzt sehr erwartungsvoll, vor allem Melcher, der Papa. "Saltkrokan", sagte er. "Der Name gefällt mir. Deswegen habe ich dort gemietet." Malin, seine Tochter, warf ihm einen Blick zu und schüttelte den Kopf. Oh, was für ein leichtsinniger Vater! Er war impulsiv wie ein Kind und jungenhafter und unbekümmerter als seine eigenen Söhne. |
Als Familie Melcherson auf Saltkrokan an Land ging, wurden sie von einem kleinen Menschen und einem Hund empfangen. Der Mensch war weiblichen Geschlechts und etwa sieben Jahre alt. Das war Tjorven mit ihrem Hund Bootsmann. Malin schrieb später in ihr Tagebuch: "Ich dachte, das muss Saltkrokan selbst sein, und wenn dieses Kind uns nicht akzeptiert, dann werden wir nie akzeptiert hier auf der Insel. Kann man wirklich Tjorven heißen und so majestätisch aussehen?" |
Aber
eine Woche später schrieb Malin, sie habe das Gefühl, als wohne
sie schon immer auf Saltkrokan. "Pelle spielt intensiv mit Tjorven
und Stina, vor allem mit Tjorven. Ich glaube, da findet ein kleiner Machtkampf
statt, so etwas im Stil wie Rühr den Goldklumpen nicht an,
ich hab ihn zuerst entdeckt! Aber Tjorven hat wahrscheinlich die Oberhand.
Sie ist ein seltsames Kind, eins von denen, die immer der Liebling von
allen werden, ohne dass man so recht weiß, weshalb. Es wird nur
irgendwie heller, wo immer ihr gutmütiges Gesicht auftaucht. Stina
ist anders, ein kleines lustiges und verschmitztes Kind mit auffallendem
zahnlosen Reiz. Wie es zugegangen ist, weiß ich nicht, sie hat es
aber fertig gekriegt sich sämtliche Vorderzähne im Oberkiefer
auszuschlagen, und das verleiht ihrem Gesicht etwas Wildes und Malerisches,
wenn sie lacht. Sie ist die große Märchenerzählerin der
Insel, unglaublich ausdauernd." |
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Illustrationen: Ilon
Wikland |